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Wer schmeißt denn da mit Lehm? Bericht über ein außergewöhnliches Kunstprojekt

Nein, geworfen hat niemand damit, liebe Leserin und geneigter Leser. Das soll  nur der Aufmerksamkeits-Wecker sein zu einem ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Kunstprojekt des Kasseler Aktionskünstlers und Schachfreundes Andrzej Dzierzbicki.

Abseits der gewohnten Pfade von Buch- und Textzügen, gewonnener und verlorener Partien plus Buchholz- und sonstiger Feinwertungen war es uns, den Interessierten, vergönnt, einen herrlichen September-Nachmittag im Grünen, mit viel Sonnenschein  – und doch mit einem bemerkenswerten Bezug zum Schach – zu verbringen.

Und da das Ereignis so außergewöhnlich wie randnah Schach, Kunst, Kultur, spielerische Leichtigkeit wie ernsthaftes Uni-Projekt verbindet, ist dieses hier ein eher heiter empfundener Stimmungsbericht. Das Gesamtprojekt ist umfangreich und tiefgründig, siehe: schachbrunnenfreiluftrochade.wordpress.com/

 

Die Idee

Frau Brigitte Heller-Plomer, Leiterin des Familienkompetenzzentrums Kita Kassel-Wehlheiden, nahm engagiert den Vorschlag von Andrzej Dzierzbicki auf, eine Station seines Kunstprojektes  „Schachbrunnen Freiluft Rochade“ auf dem Kita-Gelände durchzuführen.

Unterstützung fand sie in der Schach-Abteilungsleiterin der TG Wehlheiden, Frau Eva Eurich. Die Schach-Abteilung führt hier ihre Trainingsabende und Mannschaftskämpfe durch und Eva gibt Anfänger-Unterricht für Hort-Kinder und auch Interessenten von außerhalb.

Die Kita und das Familienkompetenzzentrum sind Teil der AKGG GmbH – Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung – und besonders aufgeschlossen für Generationen-übergreifende Veranstaltungen, wie auch diese hier.

Unser Schachfreund Dzierzbicki ist anerkannter Aktionskünstler, der sich seit vielen Jahren speziell auch dem Thema Schach und Kunst widmet, sei es unter der Einbeziehung von Schachgroßmeistern ebenso wie Kindergarten-Kindern vor Ort.

Berühmt ist Dzierzbicki´s Großmeister-Veranstaltungsserie auf Sylt im Jahr 2006, begonnen mit Helmut Pfleger, bekanntlich einem der renommiertesten Vertreter der Europäischen Schachszene.

 

Das Ereignis                                                                                       

Also, geworfen wurde nicht mit Lehm, vielleicht nur hier und da, ein ganz klein wenig angedeutet, spaßeshalber, aber umso eifriger gestampft, was das Zeug hielt,  und Heu und Wasser drauf und eingearbeitet … möglichst auch noch  barfuß, bitteschön.

Das sollte die Basis sein für später zu formende Schachfiguren. Das dauerte seine Zeit: lehmbekleckert zu sein ging schneller.

Die weitläufige Aktion „Schachbrunnen Freiluftrochade“ die u.a. vom AStA der Uni Kassel unterstützt wird, bedient sich des Wahlspruchs der Fide, der Schach-Weltorganisation:

„Gens una sumus“ – „Wir sind eine Familie“.

Von Raymond Siew ist zu lesen: „soll bedeuten, dass hier –  im Schach – für Jedermann Platz ist.“ Sinngemäß genau so sieht es Andrzej Dzierzbicki für seine Aktivitäten. Und ebenso ist es hier an Ort und Stelle eine Einladung zu den Angeboten des Kompetenzzentrums und der TGW-Schachabteilung.

 

Ein Resümee

Allen Beteiligten hat es offenbar Spaß gemacht und führte übergreifend Schach, Kunst, Kinder, Eltern nebst „gestandenen“ Schachspielern zusammen;  gleichzeitig war es eine Aktion vor Ort für Jung und Alt – eben einfach für Jedermann.

Müttern und Vätern mit ihren Kindern gefiel es sichtlich, Erfahrungen mit dem biblisch alten Arbeitsmaterial Lehm zu machen (das ja heute noch in Hütten der Armen millionenfach verwendet wird). Durchgehender Sonnenschein gab dem Ganzen zusätzlich eine strahlend heitere Note.

Die kurzfristig angesagte Erweiterung der erfolgreichen  Veranstaltung vor Ort auf zusätzliche  „Werktage“ am folgenden Samstag und Sonntag sprengte leider das Termine-Notizbüchlein des Berichterstatters; er tröstete sich mit der Standfestigkeit der hier abgelichteten kleinen Kita-Prinzessin, die wider alle Zeitplanung ihre Schachfigur sogleich fertig stellte.

Ihre Auskunft auf meine Rückfrage: das ist die „Königin“.

So sei es.

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Der Meister und seine Helferinnen (von links):
Eva Eurich (TG Wehlheiden), Andrzej Dzierzbicki (Aktionskünstler und Schach-Urgestein), Brigitte Heller-Plomer (Kompetenzzentrum Kita Kassel-Wehlheiden).

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Am Anfang war Lehm und Heu.

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Mischen, Wässern, Rühren …

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Noch ist es eine brache Landschaft.

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Nun wird aber mit Einsatz gewerkelt …

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… oder auch der Mutti zugeguckt.

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Kita-Prinzessin formt Lehm-Königin.

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„Ist es gut so, Onkel Künstler?“

 

Text und Fotos ©: Dieter Kaierle, Schachabteilung TG  Wehlheiden

Kontakt:

Eva Eurich, Telefon 0561-26545 (Abteilungsleiterin)

Frank Huneck  0561-7660029 (stellv. Abteilungsleiter und Turnierleiter)

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