TG Wehlheiden II vs. HSG Baunatal III 30:15 (16:11)

Wehlheider Männer siegen souverän oder ein Schauspiel in zwei Akten.

Da sich das Referat Pressearbeit der zweiten Männermannschaft immer wieder etwas neues einfallen lässt, wird dieser Bericht erstmalig sowohl von zwei Personen, als auch in zwei Positionen verfasst. Über die erste Halbzeit berichtet ein Aktiver (aufgrund von fehlender Kondition kann dieser nichts über die zweite Hälfte sagen), über die zweite Hälfte ein Zuschauer. Natürlich könnten wir behaupten, dass es sich dabei um neueste journalistische Ansätze handelt, dieser Artikel wurde allerdings unter logistischen Gesichtspunkten zweigeteilt erstellt.

Teil 1

Am letzten Samstag trafen sich die wackeren Wehlheider Recken trotz Nachwirkungen der letzten Niederlage motiviert im heimischen Königstor. Nachdem die vorangegangen Spiele etwas länger dauerten blieben uns nur zwanzig Minuten und eine Flasche Sekt zur Erwärmung. Das Hauptaugenmerk in einer solch kurzen Aufwärmphase lag ganz klar beim Sekt (Ab einem gewissen Alter muss Mann mit der Luft haushalten und nur den Kreislauf in Schwung bringen, das Erwärmen übernimmt dann Finalgon).

Nach einer kurzen Ansprache war allen klar, wo die Reise hingehen sollte. „Die Schmach vom Karlsberg“ musste wieder gut gemacht werden. Und so wurde das Spiel angepfiffen. Die Wehlheider Jungs legten los wie die Feuerwehr (möglicherweise wirkte nun das Finalgon). Allerdings konnte sie sich bis zur Halbzeit nicht entscheident absetzen.
Im Angriff wurde durch gute Bewegung immer wieder der besser postierte gefunden. Und sogar der besser Postierte spielte noch seine Nebenleute an. Leider versäumten wir es in der Abwehr die gefährlichen Außen der Baunataler aus dem Spiel zu nehmen. Diese konnten einen Treffer nach dem anderen erzielen. Ein erstes Highlight war dann ein langes Kreuz der Wehlheider, welches souverän durch Wehlheidens Rechtslinkshänder abgeschlossen wurde. Aber direkt im Gegenzug kassierte das Team um Spielertrainer Hardy Hartmann wieder ein Tor über die Außenposition. Die Wehlheider Bank war nun in heller Aufruhr. Lars Nöding, der sich eigentlich das Spiel für den frisch operierten Eugen Paschenko von der Bank aus anschauen sollte, streifte sich das gelbe Leibchen über. Sollte er etwa…? Er sollte! Die Einwechselung des gelben Blitzes versetzte alle 18 anwesenden Zuschauer umgehen in Ekstase. Alle? Nein, der Eingewechselte hatte sich seinen Samstagnachmittag anders vorgestellt, war aber sofort im Spiel. Mit starken Paraden sicherte der gelbe Blitz zur Pause einen 6 Tore Vorsprung. Eine vermeintlich sichere Führung gegen einen Gegner, der mit nur einem Wechselkontingent von einem Spieler angereist war.

Teil 2

Völlig abgenervt, abgehetzt und gestresst am Samstag vom Job gekommen, mit dem Wissen nicht am heutigen Spiel gegen die HSG Baunatal teilnehmen zu können bin ich pünktlich zur Halbzeit in das Wohnzimmer der TG Wehlheiden gepurzelt.

Ein kurzer Blick auf die Anzeigentafel ließ mich Frohlocken. In rot leuchtenden Ziffern, ähnlich wie bei meinem ersten Taschenrechner, stand da 16:11. Schnell noch ein paar Getränke erworben und es mir mit meinen Gästen auf der Tribüne bequem gemacht.

Der zweite Durchgang wurde angepfiffen und zack kam die nächste Überraschung. Wer stand denn da im Tor und nicht dahinter? Respekteinflößend füllte“ the Lightning“ nicht nur seine Position im Tor aus. Rasant startete die Partie und schnell kristallisierte sich eine bärenstarke Abwehrleistung heraus, die letztes Wochenende so schmerzlich vermisst wurde. Passwege des Gegners wurden antizipiert (http://de.wiktionary.org/wiki/antizipieren) und führten so zu leichten Ballgewinnen, die im schön anzusehenden Tempospiel in bare Münze, bzw. Tore verwandelt wurden.

Auch das Angriffsspiel ließ für den geneigten Zuschauer wenig zu wünschen übrig. Schnelle zweite Welle, grade nach vorn vorgetragen und durch Druck auf die Abwehr zum Abschluss geführt. Die unfassbare Leistung des nachnominierten Torstehers (hielt 4 von 5 Siebenmetern) wurde die gesamte Mannschaft zusätzlich gepusht und zur Höchstleistung getrieben.

Auch Fabian Biller, der im zweiten Durchgang aus allen Lagen und das mit einer Präzision gleich eines Schweizer Uhrwerks schoss, (Chapeau!) machte ein starkes Spiel. Selbst Spielertrainer Hardy Hartmann lies sich nun nicht mehr lumpen und erzielte in technisch überragender Manier den 30. Treffer für die Wehlheider („Wo is Kiste?“)

Im zweite Durchgang konnten die Baunataler den Wehlheidern nichts mehr entgegensetzen (fehlende Wechselalternativen) und erzielten ihrerseits nur noch 4 Treffer.

Meine Gratulation ans Team – schön ein kleiner Teil von euch sein zu können – Danke!

Am nächsten Wochenende treffen wir im Auswärtsspiel auf die TSV Heiligenrode II. Die Jungs aus dem „Osten“ brauchen dringend Punkte um die Klasse zu halten und zeigten in den letzten Wochen eine aufsteigende Tendenz. Also erneut kein Gegner, den man unterschätzen sollte.

Es spielten: Paul Brettschneider, Lars Nöding, Christian Wunschinski 4/1, Dirk Beinsen 2, Alexander Paschenko 1, Fabian Biller 9, Steffen Szameitat 2, Sascha Keitel 3, Sönke van der Werf 2, André Krug 1, Hannes Bolte 3, Hardy Hartmann 3, Ilija Afanasyev