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Bretter in Flammen in der Rhön! – Schachspieler der TGW behalten kühlen Kopf im Feuerwehrgerätehaus

Landesklasse Nord: SC Ehrenberg-1 – TG Wehlheiden-1  2,5 : 5,5

Zur 7. Runde der Saison traten die Schachspieler aus Wehlheiden zu einer langen Fahrt ins Dreiländereck Hessen – Bayern – Thüringen an. Die Schachfreunde aus Ehrenberg  zierten als Aufsteiger das Tabellenende – eine klare Sache also? Keineswegs! Sie hatten immerhin Caissa Kassel besiegt, die wiederum gegen Bad Sooden Allendorf gewonnen, die wiederum gegen Vellmar gewonnen, und die den gönnerunterstützten Schachriesen aus Bad Emstal / Wolfhagen einen Punkt abgenommen. So wenig sagen Tabellen und Wertungszahlen aus, wenn  David und Goliath zwei Gesichter zeigen. Oder mit Sepp Herbergers Worten: Entscheidend is´ auf´m Brett.

Dort ging es sehr bald zur Sache. Niko Luke fand an Brett 3 die geeigneten Mittel, um die unkonventionelle Behandlung eines angenommenen Damengambits durch Edgar Winterling zu widerlegen, indem er beide Springer gegen den Schwachpunkt f7 richtete, dort zuschlug und hernach alle gegnerischen Angriffsbemühungen ins Leere laufen ließ. Nicos Führung wurde wenig später vom Verfasser dieses Berichts ausgebaut. Julian Menz und er ließen es zunächst in einem Sizilianer mit weißem Damenläuferfianchetto ruhig angehen. Der Ehrenberger Spieler verbrauchte dafür sehr viel Zeit, dann entschied er sich zur Stellungsöffnung mit dem Vorstoß des Zentralbauern e4-e5. Plötzlich war die Stellung gespickt mit Fesselungen, Abzugsangriffen und beidseitigen Grundreihenmattmotiven. Motive mussten erkannt, Zugreihenfolgen genau berechnet werden. Einen einzigen Fehlgriff des Gegners konnte ich in dem scheinbaren Durcheinander mit präzisen Zügen als solchen kennzeichnen.

Unsere Führung wurde bald darauf von Joachim Müller gegen Florian Menz zum 3:0 ausgebaut, der einen Bauern nach dem anderen einheimste und in ein leicht gewonnenes Turmendspiel abwickelte.

Doch plötzlich hatte der Wehlheider Lauf eine Ende. Markus Schlachowitsch gelang es an Brett 2 gegen Sergej Laschenko nicht, seine Bauernschwächen mit aktivem Figurenspiel zu kompensieren. Sein Turmendspiel mit zwei Minusbauern war schließlich nicht zu halten.

Sorgen kamen auf, als Ehrenberg an Brett 7 durch Markus Faulstich auf 2:3 herankam. Uwe Pichl hatte angesichts einer Fata Morgana einen Turm geopfert.

An den restlichen drei Brettern war nach der Zeitkontrolle nach vier Stunden Endspielstimmung angesagt.

Patrick Francis hatte aus verdächtiger Stellung am Spitzenbrett plötzlich gegen Konrad Kirchner ein gewinnträchtiges Damenendspiel erreicht, das er mit großem Können zum 4. Punkt für die TGW beendete.

Den Siegpunkt erzielte Frank Borchardt in seinem Debut für die Erste, indem er zunächst seinem Gegner Markus Happel ein taktisches Remis anbot, das dieser ablehnen musste, und dann im Turmendspiel den letzten Trick aus dem Ärmel zog.

Nach langen Bemühungen musste schließlich Lars Ratschke trotz Mehrbauern im Turmendspiel gegen Rolf Dages ins Remis einwilligen.

Nach dem deutlichen Sieg gegen einen Gegner, der lange Zeit einen harten Widerstand leistete, orientiert sich die TGW mit 6:6 Mannschaftspunkten und 24:24 Brettpunkten ins Mittelfeld der Tabelle.

Bericht: Martin Stuckenschneider.

2 comments to Bretter in Flammen in der Rhön! – Schachspieler der TGW behalten kühlen Kopf im Feuerwehrgerätehaus

  • Patrick

    Wie immer ein sehr schöner Bericht, Martin.
    Klasse! Grüße Patrick

  • KHS

    Schließe mich der Rede meines Vorkommentators an. Glückwunsch!
    Unbedingt lesenswert!
    Das hat wohl mehr Spaß gemacht als am vergangenen Spieltag.

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