In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut.

1. e4 – c5   2. Sf3

SIZILIANISCH: vom Paulsen-System bis zur Drachenvariante.

Das Paulsen-System:
… e6   3. d4 – cxd4   4. Sxd4 – a6. Dieser Zug kennzeichnet die Paulsen-Variante. Schwarz möchte verhindern, dass auf b5 ein weißer Springer erscheint, bereitet einen Damenflügelangriff mit späterem b5 vor und sichert der Dame ein gutes Feld auf c7.

Es gibt für Weiß nun 3 bekanntere Forsetzungen: 5. Ld3, c4 oder Sc3.

Scheveninger System
1. e4 – c5   2. Sf3 – d6   3. d4 – cxd4   4. Sxd4 – Sf6   5. Sc3 – e6   6. Le2

Diese Bauernstellung mit e6 und d6 ist typisch für diese Variante.
6. … – Le7   7. 0-0 – Le7   8. Le3 – 0-0   5. f4… Schwarz muss sich in der Folge vor d5 hüten, denn ungehindertes e5 bringt Weiß in Vorteil – ähnelt dann der Französichen Verteidigung mit dem eingeengten Damenläufer.

Najdorf-System (sprich: „Neidorf“):
2. … – d6   3. d4 – cxd4   4. Sxd4 – Sf6   5. Sc3 – a6

6. Le2 – e5   7. Sb3 (das einzige vernünftige Rückzugsfeld) Le7   8. 0-0 – 0-0   9. f4 oder
6. Lg5 e6   7. f4 – Le7   8. Df3 – Dc7   9. 0-0-0 – Sbd7   10. g4 – b5 mit beiderseitigem Bauersturm = scharfe Variante.

Drachenvariante:
2. … – d6   3. d4 – cxd4  4. Sxd4 – Sf6   5. Sc3 – g6   6. Le3 – Lg7.

Der typsiche Aufbau in der Drachenvariante mit dem in seiner Höhle lauernden gefährlichen Drachenläufer auf g7, der bei Gelegenheit Feuer bis a1 spuckt…
Statt Lg7 wäre 6. Sg4 für Schwarz zwar naheliegend, um den guten weißen Läufer abzugreifen, aber: 7. Lb5+ Ld7 8. Dxg4!
7. f3 (endlich mal f3!!!) – 0-0   8. Dd2 – Sc6   9. Lc4 – Ld7   10. 0-0-0 und jetzt geht´s ab im Trimtrab: beiderseitiger Infanterieangriff mit b5-b4 für Schwarz und h4, g4, h5 oder gleich h4-h5. Klemens meinte noch: „nichts für schwache Nerven“!

Sweschnikow-System:

2. Sf3 – Sc6   3. d4 – cxd4   4. Sxd4 – Sf6   5. Sc3 – e5.

Eigentlich widersinnig, Schwarz handelt sich einen rückständigen Bauern auf der d-Linie ein, kommt aber zu dynamischem Gegenspiel. 6. Sdb5 – d6 (um den S nicht nach d6 zu lassen). 7. Lg5 – a6   8. Lxf6 – gxf6   9. Sa3 – b5    10. Sd5 – f5. Die beiderseitigen Stellungsvor- und -nachteile halten sich in etwa die Waage: Schwarz hat einen Schwächling auf d6 und vorübergehend einen Doppelbauern, Weiß den schlechten Springer auf a3, der über c3 und Sc2 seine Stellung verbessern wird. Das System ist zur Zeit sehr beliebt.