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Schach an der Kunst-Uni und anderswo

Ein Feuilleton an schönen Sommertagen

Man erlebt es des Öfteren im Stadthallen-Garten oder auch in der Fulda-Aue: Du spielst mit einem Schachfreund / einer -freundin Schach; es kommen Passanten vorbei und schon lautet die Frage des Einen an den Anderen (die Andere): „Spielst du Schach?“

Weithin scheint Schach als „edle Kunst“ angesehen zu werden, geistert als etwas Besonderes, Anspruchsvolles durch die Gemüter, und kaum ein „besserer“ Krimi kommt ohne ein gut sichtbares teures Schachspiel im Wohnbereich von gutsituierten Akteuren aus.

Nicht unerklärlich aber bemerkenswert, dass Schach bereits im Mittelalter nebst Reiten, Fechten und Tanzen zu den Tugenden eines Ritters gehörte.

Alles begann aus Langeweile

Der Legende zufolge geht die Erfindung des Schachspiels auf den Inder Sissa ibn Dahir (ca. 300 n. Chr.) zurück, der den Auftrag hatte, seinem König die Langeweile zu vertreiben. König Shihram war von dem neuen Zeitvertreib so begeistert, dass er dem Erfinder einen Wunsch zugestand – daher die berühmte Geschichte vom Weizenkorn -, der niemals zu erfüllen war.

Wie auch immer es gewesen sein mag, längst ist das Schachspiel kein „Zeitvertreib“ mehr für Privilegierte, selbstredend. Jeder, der Interesse hat, ist in allen Schach-Vereinen und -Abteilungen herzlich willkommen, so auch in der Schachabteilung der TG Wehlheiden.

Schach im Park

In dem malerisch gelegenen, parkähnlichen Gelände hinter der Kasseler Kunst-Hochschule war der Außentreffpunkt hunderter von Studenten und interessierter Gäste zum traditionellen „Rundgang“ zu den Werken der Studierenden.

Hier ließ es sich unser langjähriger Schachfreund Andrzej Dzierzbicki, bekannter Aktionskünstler, nicht nehmen, auf sein neuestes Vernetzungsprojekt „Schach auf Lehramt“ aufmerksam zu machen. Und wie geschieht dies am Vortrefflichsten?:

Mit einem vom Künstler selbst vor Ort in „Eilschrift“ hergestellten Werbebanner, das die geplanten Stationen: „Kassel – Paderborn – Göttingen“ und die Vernetzung „Dresden – Wroclaw – Linz“ aufzeigt.

Und wie erreicht man Aufmerksamtkeit?:

In diesem Fall durch ein Simultan-Schachturnier, das unser TGW-Mitglied Niko Luke, in der kommenden Saison Hessen-Liga-Spieler für die TG Wehlheiden, bestritt.

Jeder interessierte Schach-Gast war in zwangloser Folge willkommen und Niko stritt „allein gegen Alle“ mit Charme und schachlichem Können gegen den „Rest der Welt“, ähm, aber immerhin bis zu 10 Personen gleichzeitig, und das im bunten Wechsel.

Die beigefügten Fotos zeigen den Künstler bei der „Schreibarbeit“, Niko und engagierte Gäste beim Spiel.

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Allen Beteiligten hat es sichtlich Spaß gemacht und Andrzejs Anliegen kam ein weiteres Mal an die Öffentlichkeit (u.a. auch bei Kassel Live), qualifizierte Schachlehrerausbildung noch mehr zu erreichen und Schulschach letztendlich zum Pflichtfach zu machen.

Dieter Kaierle

Nota bene. Schach an Schulen gibt es natürlich schon längst (fast) überall, nur eben nicht als Pflichtunterricht. Wer daran Interesse hat findet hier zwei Beispiele:

wgkassel.de (siehe links: „Schach-AG: Von Pokal-Gewinnern …“)

oder:

brueder-grimm.baunatal-schule.hessen.de

(dann „Das machen wir außerdem“, „2015“, „Schulschach – Diplome …“ klicken).

5 comments to Schach an der Kunst-Uni und anderswo

  • Harald Gilfert

    Schachkunst in Wort und Bild. Toller Beitrag.

  • Dieter K.

    Danke, Harald, hört man gerne. D. K.

  • KHS

    Netter Betrag mit Vorspann aus der Schachgeschichte und wunderbar getroffenen Fotos einer wahrlich spontanen Aktion von Sfr. Dzierzbicki.
    Auch den Aufstieg aus der Landesklasse Nord bis in die Hessenliga traut man einem der aktivisten Vereine der nordhessischen Schachszene durchaus zu.

  • Dieter K.

    Wie recht du hast, lieber Schachfreund KHS, der du unsere Berichterstattung stets aufmerksam begleitest und auch mit Lob nicht sparst.

    Richtig: Nicht „Hessen-Liga“ muss es heißen, sondern exakt „Landesklasse Nord“. Dank dafür.

    Wie sagt der Volksmund wenn`s so schlimm nicht sollte sein:
    Richtig, „Es war die Nachtigall und nicht die Lärche“.

    D. K.

  • Dieter K.

    Lerche“.

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