Skandal im Sperrbezirk!

Freitag, 29. Januar 2016.

Die sportlichen Leistungen der 15 Schachenthusiasten gerieten angesichts der nahezu katastrophalen Rahmenbedingungen des ersten Turniers der TGW-Schnellschachserie in 2016 fast in den Hintergrund. So wurde bei der Auslosung der ersten Runde das TGW-Urgestein Siggi Appel übersehen! Die Auslosung musste mit Siggi an Bord wiederholt werden. Und das war auch gut so, denn er spielte in der Form seines Lebens, erreichte bei 2 Siegen, 2 Remis und nur einer Niederlage einen geteilten 4. Platz. In dieser Form, so Siggi, sei er ca. 25 % besser, als es seine derzeitige DWZ widerspiegele – also bei stattlichen 1875 Punkten!

Dann bat Peter Eduard den Turnierleiter vor der 2. Runde um einen Hinweis zum „Sperrbezirks-Skandal“. Hintergrund: Ein offensichtlich akut verwirrter Schachspieler geisterte vor einer Woche in der KITA herum, verzweifelt auf der Suche nach einem Ausgang. Er fand den Hauptein-/ausgang und löste einen Alarm aus, der sich bis zum Morgen nicht stoppen ließ. Nur knapp entging der hier nicht genannte Mann einer Strafe von 70 €, die für einen Einsatz der Wach- und Schließgesellschaft in Folge eines versehentlich ausgelösten Alarms anfallen. „Du findest schon die richtigen Worte!“ so Peter Eduard abschließend zu Frank. Der überlegte, bei welcher Schwäche er die anwesenden Schachspieler „packen“ könnte. Schachspieler gelten ja allgemein als intelligent, überlegt, stressresistent bei gutem Gedächtnis und einer gut ausgeformten Fantasie. Da kam ihm der Geistesblitz: Schachspieler sind geizig! So baute er seine Bitte, nur die Wendeltreppe als Ausgang zu benutzen in die beiläufige Bemerkung ein, dass selbstverständlich auch die Ausgänge unten benutzt werden könnten – der Preis für diese Fehlleistung betrage halt nur 70 Euro. Das saß.

Aber nicht genug der Skandale! Der Turnierleiter verließ nach Beginn der o.g. 2. Runde das Turnier und ging speisen (Pizza) und trinken (2 Becks). Die Runde ging zu Ende und die hilflosen PC-Analphabeten waren nicht in der Lage, die 3. Runde autonom zu starten. Also musste Frank in der Gaststätte per Telefonsupport die Runde auslosen helfen. Unfassbar…

Dann verließen zwei Teilnehmer nach der 3. (Uwe) und 4. Runde (Ulli) das Turnier, was in der Folge zu einer ungerechten Auslosung führte – Meister Eckhardt erhielt als Tabellenführer ein Freilos! Weiter legte „Schnegge“ offiziell Protest gegen den Austausch einer von ihm oder seinem Gegner Schlacho verdaddelten digitalen Uhr gegen eine analoge durch den Turnierleiter ein. Die Frage ist hier, wo die Instanz zu suchen ist, die diesen Protest zu entscheiden hat.

Aber genug der desaströsen Rahmenbedingungen. Es fand auch Sport statt. Das Teilnehmerfeld war sehr stark, es fehlte eigentlich nur der Praeceptor TG Wehlheidenae, Klemens von Kiedrowski. Mit Markus Eckhkardt, Patrick Francis, Markus „Schlacho“ Schlachowitsch, Michael Mertens, Karl-Heinz „Schnegge“ Schnegelsberg und Kayvan Rafiee traten gleich sechs Spieler mit einer DWZ > 1700 an. Markus Eckhardt siegte viermal bei einem zusätzlichen kampflosen Punkt (s.o.) und erreichte mit einem 100%-Ergebnis den optimalen Einstand in die Serie . Auch 100%, aber eben nur aus drei Partien, erzielte der in die Nachtschicht abtauchende Uwe Pichl – geteilter vierter Platz! 2. wurde Nils Beyer von CAISSA Kassel, 3. „Schlacho“, beide jeweils mit 3,5 Punkten.

Tabelle: Schnellschach_übersicht_2016

Es bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Turnier am 19. Februar ausnahmsweise einmal reguläre Bedingungen vorherrschen werden.

Bericht: Frank Huneck.